Ergebnis

13-05-2012 15:00
 
ASV Oberpreuschwitz 2 : 1 SV Gesees 2

Nächstes Spiel

20-05-2012 15:00
 
SC Kreuz Bayreuth - ASV Oberpreuschwitz

Platz an der Sonne


Nach grandioser Aufholjagd in Engelmannsreuth grüßt der ASV zum ersten Mal seit über 13 Jahren wieder von der Spitze der Kreisklasse

von Thomas Nietner

Diesen Umstand haben die Preuschwitzer nicht nur der überraschenden 1:2 Niederlage des Sportrings in Kirchahorn zu verdanken, sondern in erster Linie einer  großartigen eigenen Leistung beim 4:3 Sieg in Engelmannsreuth. Ein Spiel, das wohl allen Beteiligten noch länger in Erinnerung bleiben wird und so ziemlich alles hatte, was in so ein Fußballdrehbuch hineinpasst: Kampf, Dramatik, Spannung und ein grandioses Happy End!

HMark "Hü" Baumann mit einer tadellosen, aufopferungsvoll kämperischen Leistung als Vertretung für den verletzten Alexander Hofmann und Partner von Sturmführer Burim Salihu. Foto: Nicki Krause

Bekannte Herausforderung

Die personellen Voraussetzungen für das Spitzenspiel beim Tabellensechsten, dem TSV Engelmannsreuth, waren für den ASV im Vorfeld der Partie nach einem weiteren Ausfall in Person von Alex Hofmann (Rückenprobleme) alles andere als günstig. Neben den zahlreichen längeren Ausfällen (Wegener, Muth, Doss) waren zudem mehrere Spieler nach dem hart geführten Spiel in der Vorwoche gegen den TSV Bischofsgrün angeschlagen. Umso erfreulicher, dass Steffen Conrad vor seinem halbjährigen Auslandsaufenthalt in Hong Kong nochmals zur Verfügung stand und zum Abschied abermals eine grandiose Leistung bot. Aus früheren Jahren wusste man bereits schon, dass einem in Engelmannsreuth nichts geschenkt wird. Auf die harte und grenzwertige Zweikampfführung sowie ein haltloses und mitunter ausfallendes Publikum war man daher eingestellt. Es waren keine fünf Minuten gespielt, da zeigte der später recht unsichere Schiedsrichter Schwandner vom ZV Thierstein nach einer klaren Attacke in die Beine von Salihu im 16er auf den Punkt. Die einheimischen Zuschauer tobten. ASV-Spielführer Konov ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte den fälligen Foulelfmeter in gewohnt sicherer Manier zum 1:0.

Kämpferisch zum Ausgleich

Angestachelt von dem vermeintlich ungerechtfertigten Foulelfmeter versuchten die Gastgeber über den Kampf ins Spiel zu finden, was mitunter recht rüde erfolgte aber vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde. Der ASV beschränkte sich dagegen auf dem kleinen Sportplatz zunehmend auf lange Bälle in die Spitze. Ein erster Distanzschuss in der 10. Minuten war zunächst sichere Beute für ASV-Schlussmann Hannes Mahr. In der 30. Minute dann die kalte Dusche. Nach einer Ecke versäumte es die komplette ASV-Abwehr hochzusteigen, so dass der TSV leichtes Spiel hatte und  durch Weidenhammer zum 1:1 ausgleichen konnte.  Aufregung noch mal kurz vor dem Wechsel als Schiedsrichter Schwandner ASV-Libero Franke nach einem gewonnen Zweikampf für ein umstrittenes Foulspiel die Gelbe Karte zeigte. Kurz darauf verletzte sich Franke bei einem Sturz auf das Hüftgelenk, so dass es humpelnd und Gelb-Rot gefährdet in die Pause ging.

Suboptimaler Start im zweiten Abschnitt

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie vor der Pause: Faires Tackling, Fehlentscheidung des Schiedsrichters.  Der später für Andi Franke  auf die Liberoposition gerückte Matze Lorenz spielte bei einer Grätsche in der eigenen Hälfte auf der Außenbahn klar den Ball. Zum Unverständnis selbst einiger Engelmannsreuther entschied der Schiri auf Freistoß. Die Folge: Flanke aus halblinker Position, Kopfballverlängerung auf den verdächtig im Abseits stehenden Gebhard, Tor. 2:1 für den Gastgeber, der das Spiel somit in der 49. Minute gedreht hatte. Der ASV-Abwehr konnte man sicherlich aufgrund der möglichen Abseitsstellung nicht unbedingt einen Vorwurf machen. Die bittere Pille war noch nicht ganz verdaut, da kam es für den ASV noch dicker. TSV-Stürmer Mario Masching konnte sich ein einziges Mal im gesamten Spiel gegen seinen ansonsten überragenden Gegenspieler Alexander Helgert (der in diesem Moment die "Hintermann"-Warnrufe seiner Mitspieler nicht hörte) auf der rechten Abwehrseite durchsetzen und den Ball in den Fünfer bringen. Die ASV-Abwehr bekam das Spielgerät einfach nicht entscheidend aus der Gefahrenzone und aus dem Gewühl heraus konnte der TSV die Kugel schließlich zum 3:1 über die Linie drücken (51. Minute). Der Rettungsversuch von Straub kam leider zu spät, wobei die Akteure in unmittelbarer Nähe vehement reklamierten, dass der Ball die Torlinie ja gar nicht mit vollem Umfang überschritten hätte. Vergeblich, der Unparteiische entschied auf reguläres Tor.  Das Engelmannsreuther Publikum verfiel in Jubelgesänge und wähnte bereits den sicher geglaubten Sieg.

Kehrtwende im Schlussviertel

Doch dann kam alles ganz anders. In der der 65. Minute zeigte Schiedsrichter Schwandner nach einem Foul an Paul Konov erneut auf den Punkt. Der Capitano trat gegen alle Regeln der Fußballweisheiten selbst an und verwandelte eiskalt zum 3:2 Anschlusstreffer. Der Glaube, hier wenigstens einen Zähler mitzunehmen, war wieder erwacht. Keine sechs Minuten später war es dann soweit. Der starke Betim Ismajli krönte seine eigene gute Leistung und schickte seinen Spielführer mit einem Traumpass in die Gasse. Konov versenkte den Ball  mit seinem nunmehr neunten Saisontreffer cool zum 3:3 Ausgleich (71. Minute). Der ASV-Block kannte nun kein halten mehr und jubelte frenetisch. Aus dem TSV-Fanlager hörte man plötzlich keine schlauen Sprüche mehr.

Salihu`s Leistungskrönung

Der Jubel hatte sich gerade gelegt, da setzte Salihu in der 73. Minute noch einen drauf. Nach einem langen Ismajli-Freistoß in den Strafraum, der an Freund und Feind vorbei ging, kam Salihu mit dem Kopf noch vor Torwart Dujicek an den Ball und ließ ihn erneut im Netz zappeln: 4:3, der ASV-Fanblock stand Kopf!!! Die verdutzten Gastgeber warfen nun alles nach vorne, hatten aber in der Folgezeit kaum mehr eine richtige Torchance, da die Gäste es verstanden, die Zweikämpfe bis zum Ende mit Herz anzunehmen und meist auch für sich entscheiden konnten: Endstation ASV-Abwehr! Nach 90 Minuten setze Schiedsrichter Schwandner diesem Krimi ein Ende. Ein Fußballnachmittag, der wohl in die ASV-Geschichte eingehen wird. Mit einer der stärksten Saisonleistungen hat sich der ASV als Aufsteiger selbst auf den 1. Platz der Kreisklasse geschossen! Aus einer insgesamt sehr guten Mannschaft, die mit Willen und Einsatz aber auch mit Leidenschaft und Spielidee überzeugte, ragten erneut der dreifache Torschütze Konov, der nie zu kontrollierende Salihu und Alex Helgert mit einer gefühlten Zweikampfquote von 95% heraus.KabinenjubelEinen Blick in die Kabine nach der Partie konnte die ASV - Fotografin erhaschen, als der Sieg geschlossen lautstark mit Gebrüll bejubelt wurde. Foto: Nicki Krause
 
Nun heißt es aber schon am nächsten Freitag, den 30.09.2011, 18 Uhr, im Spitzenspiel gegen den SV Lindenhard den Platz an der Sonne im ersten Flutlichtspiel der jüngeren ASV-Geschichte zu verteidigen.

Aufgebot: Mahr, Franke (55. Min. Stelzenberger), Helgert, Kühnlein, Lorenz, Ismajli, Conrad, Straub, Konov, Baumann, Salihu.

Tore: Konov (3), Salihu.

Gelb: Franke, Ismajli, Lorenz.

man of the match: Konov.