von Thomas Nietner
Am Ende knackte man es doch noch - das Kreuzer Abwehrbollwerk. Wie erwartet, war der 1:0-Heimsieg des ASV Oberpreuschwitz gegen tapfer kämpfende Kreuzer ein hartes Stück Arbeit. Bis zur 78. Minute dauerte es letztendlich bis der eingewechselte Alexander Hofmann den ASV-Anhang erlöste und damit die Herbstmeisterschaft klar machen konnte.
Als weise Entscheidung von Trainer Hannes Mahr stellte sich heraus, dass Alex Hofmann (am Ball) zunächst auf der Bank Platz nehmen durfte um später als Joker den Treffer des Tages zu markieren. Foto: Nicki Krause
Gewarnt durch den Sensationssieg der Gäste vor zwei Wochen in Lindenhardt begann die gut aufgestellte und verjüngte ASV-Elf in den ersten Minuten recht zaghaft. Erst in der 8. Minute gab ASV-Kapitän Konov den ersten gefährlichen Schuss Richtung Kreuzer Gehäuse ab. Doch auch die Gäste beschränkten sich im Bayreuther Stadtderby keineswegs nur auf das Verteidigen, sondern tauchten meist in Person von Martin Zeitler immer wieder gefährlich vor dem ASV-Tor auf. Zweimal waren dem SC Kreuz sogar die Hausherren behilflich als der Ball leichtfertig vor dem eigenen 16er vertändelt wurde, die Gästestürmer jedoch aus aussichtsreicher Position den Ball nicht im Tor unterbringen konnten. Der ASV, der bis dahin ziemlich lethargisch auftrat, hätte in dieser frühen Phase der Begegnung nach Chancen von Preschel und Zeitler durchaus in Rückstand geraten können. Die Kreuzer ihrerseits ließen jedoch im Abschluss den entscheidenden "Killer-Instinkt" vermissen. Erste Erinnerungen an den 1:0-Sensationssieg des Nachbarvereins vor 14 Tagen in Lindenhardt machten sich dennoch langsam aber sicher unter den Zuschauern breit. Zwar erarbeitete sich der ASV bis zur Halbzeit durch Salihu und Kornitzky ebenfalls die ein oder andere Möglichkeit, doch richtig gefährlich war nur ein Pfostentreffer von Konov aus ca. 20 Metern kurz vor dem Halbzeitpfiff des jungen Schiedsrichters Lukas Karl vom SV Waizendorf.
In dieser Szene war das Glück der Freund vom Oberpreuschwitzer Spielertrainer und Torwart Hannes Mahr. Foto: Nicki Krause
Nach deutlichen Worten von ASV-Spielertrainer Hannes Mahr kam der ASV wie verwandelt aus der Kabine und zeigte endlich eine ansprechendere Leistung. Die Kreuzer wurden mit zunehmender Spieldauer immer weiter in ihre eigene Hälfte gedrängt und verteidigten ihr Gehäuse mit Mann und Maus. Die größte Möglichkeit bot sich Betim Ismajli gegen seinen Ex-Verein als Salihu im 16er den Ball quer auf ihn ablegte, er jedoch zu genau zielte und wiederum nur den Pfosten traf. Kurz darauf brannte es nach einer weiteren Ecke in der 60. Spielminute lichterloh im Kreuzer Strafraum. Abermals hatte der ASV allerdings kein Fortune. Der Ball wollte einfach nicht über die Torlinie!
Der für Alexander Hofmann in die Startformation gerückte Mark Baumann (Nr. 3) kämpfte im Sturm aufopferungsvoll gegen den Kreuzer Abwehrriegel, blieb aber glücklos im Abschluss. Foto: Nicki Krause
Beinahe hätte sich dann tatsächlich die alte Fußballweisheit: "Wer die Tore vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein" bewahrheitet. Als der agile Preschel 20 Meter vor dem ASV-Kasten frei zum Schuss kam, sahen viele den Ball bereits im Netz zappeln. Doch ASV-Keeper Mahr war auf dem Posten, tauchte ins untere Toreck ab und konnte den harten Schuss um den Pfosten zur Ecke lenken. Durchschnaufen! Die Heimelf ließ sich von dieser Schrecksekunde nicht beirren, bestürmte weiter das Kreuzer Tor und kam dem Führungstreffer immer näher. Pech hatte der fleißige Jan-Eckhard Wegener bei einem Lattenschuss in der 73. Minute. Der Ball sprang hierbei vom Querbalken auf die Torlinie und von dort dem viel beschäftigten Schlussmann Heidenblut an den Rücken, nur eben leider nicht über die Torlinie.
Besser machte es dann in der 78. Minute der eingewechselte ASV-Stürmer Alexander Hofmann, der nach einer Ecke in Jokermanier goldrichtig stand und den Ball aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung über die Torlinie befördern konnte. Die Entscheidung! In der Schlussphase stürmte der ASV zwar noch weiter auf das Kreuzer Gehäuse, ein weiterer Treffer wollte aber auch in Überzahlzahl gegen die bis zur letzten Minute tapfer kämpfenden Gäste nicht mehr gelingen. Insgesamt war der 1:0-Sieg ein hartes Stück Arbeit für die Heimelf, doch letztendlich zählen nur die drei Punkte.
Die Offensivkräfte des ASV in den blauen Trikots Burim Salihu (links) und Paul Konov (rechts) wurden stets eng von den Kreuzer Verteidigern bewacht. Foto: Nicki Krause
Beim ASV blieben viele Akteure an diesem Tag unter ihren Möglichkeiten. Doch wie schon in der gesamten Saison zahlte sich der breite und ausgewogene Kader aus, wobei Hannes Mahr und Alexander Hofmann als Garanten in den beiden spielentscheidenden Szenen der Partie auftraten. Bei den Kreuzern gefielen der gefährliche Stürmer Martin Zeitler sowie der schlagsichere Libero Gütling.
Der SV Lindenhardt entschied zwar sein Heimspiel gegen den Sportring ebenfalls mit 2:1 für sich, konnte aber aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht am ASV vorbeiziehen. Oberpeuschwitz holte sich somit sensationell vor den Lindenhardtern den inoffiziellen Titel der Herbstmeisterschaft! Wer hätte das vor der Saison für möglich gehalten? Doch viel Zeit zum Feiern bleibt der Mannschaft hierfür nicht. Bereits am nächsten Sonntag, dem 06.11.11 gastiert um 14 Uhr mit dem TSV Donndorf das nächste schwere Kaliber in der ASV-Arena. Nach der 3:0-Klatsche zum Saisonauftakt brennen die Donndorfer im Derbyschlager sicherlich auf Revanche wenn sie nicht frühzeitig den Anschluss an die Tabellenspitze verpassen wollen. Um diese allerdings nun 15 Spieltage zu verteidigen benötigt der ASV in jedem Fall eine Leistungssteigerung gegenüber dem heutigen Heimspiel!
Die ASV-Reserve greift nächstes Wochenende in Waischenfeld hoffentlich auch wieder ins Geschehen ein, nachdem die Kreuzer kurzfristig die heutige Partie wegen Spielermangels absagen mussten.
Aufstellung: Mahr, Ismajli, Helgert, Kühnlein, Wegener, Nock, Straub, Kornitzky, Konov, Salihu (ab 85. Stelzenberger), Baumann (ab 60. Hofmann).
Tor: Hofmann
Gelb: Ismajli
Man of the Match: Alexander Hofmann